Oliver Hell – Abschuss: eine Buchkritik

Buch-Titel: Oliver Hell – Abschuss
Autor:  Michael Wagner

Inhalt/Kurzbeschreibung:
Ein Mordfall beschäftigt den Ermittler, die fiktive Romanfigur und unseren Romanhelden „Oliver Hell“. Schnell stellt sich heraus, das es sich bei dem Opfer um einen „Zoophilen“ (in Wahrheit einen Zoosadisten) handelt, der seit geraumer Zeit Gräueltaten an Tieren verübt um sich so sexuelle Befriedigung zu verschaffen.
Schnell findet sich Oliver Hell in der Zoophilen-Szene wieder und stößt auf die tiefsten Abgründe menschlicher Sexualität.
Das Motiv scheint zuerst unklar, aber schnell drängt sich der Verdacht auf, das Selbstjustiz im Namen der geschändeten Tiere das Motiv des Mörders war.. oder steckt dahinter gar ein gottesfürchtiger Mensch, der im Namen des Herrn über gut und böse richtet ?

Nun habe ich mich dazu entschlossen, gleich zwei mal eine entsprechende Buchkritik zu verfassen.  Als zoosexueller Mensch empfinde ich dieses Werk alles andere als berauschend und beflügelnd, jedoch erscheint mir meine persönliche Haltung zu dem thematischen Inhalt nicht als ausreichend um ein literarisches Werk zu kritisieren.  Daher wird es eine Kritik/Rezension geben die sich mit dem Werk selbst und unbefangen beschäftigt und eine solche, die auch das Thema und deren Behandlung innerhalb dieses Romans zu Grunde legt.

Kritik (aus neutraler Sicht / nicht auf die Thematik bezogen):
„Self Publishing“
Einer der Begriffe die unsere Moderne mittlerweile geprägt haben. Wo früher noch ein Manuskript erst eine handvoll Lektoren nahmhafter Buchverlage überzeugen musste, kann heutzutage praktisch jeder der knapp 30,00 Euro in sein „Hobby“ investieren möchte ein Buch auf den Markt bringen.
Zwar wird dieses nicht in großen Auflagen hergestellt und liegt somit auf Lager oder gar in der Buchhandlung um die Ecke, sondern kann durch moderne Technik auf Abruf für den Endverbraucher, also den „Kunden“ binnen kürzester Zeit als Einzelstück angefertigt werden.
Dies bedeutet das eine regelrechte Überflutung des Marktes stattgefunden hat. Zum einen erfährt der Buchmarkt dadurch etwas Wiederbelebung, da sehr viele neue und krative Köpfe Ihre Ideen und Geschichten nun auch ohne die oftmals voreingenommene Haltung eines Lektoriats veröffentlichen können.  Zum anderen bedeutet das selbstredend, das auch jede Menge Material auf den Markt kommt, welches man getrost als literarischen Bockmist betiteln kann.

So auch dieses Werk. Nun setzt sich die Reihe der fiktiven Romanfigur „Oliver Hell“ nun schon zum vierten Male fort. Da sollte man meinen, der Autor hätte genug Zeit gehabt, ein Werk abzuliefern, welches gut leserlich ist und dem Leser Freude bereitet.
Hier muss gesagt werden, das ich nicht einer der Menschen bin die auf eine absolut korrekte Rechtschreibung Wert legen (jeder macht ja Fehler).  Denn auch bei Bestsellern habe ich schon oftmals erlebt, das sich hier und da ein kleiner Rechtschreibfehler eingeschlichen hat.

Schon die recht trockene Einleitung stimmte mich nachdenklich, zumindest so lange bis unzählige Dialoge zwischen den Protagonisten in diesem Werk mir jeglichen Lesespaß raubten. Beinahe jeder dritte Satz ist ein, oder gar eine Verkettung von Dialogen, was das lesen dieses Romans sehr erschwert.  Nachdem man ein paar Seiten gelesen hat, weis man oftmals nicht mehr was zwei oder drei Seiten vor dem aktuellen Dialog geschrieben stand, so das man um sicher zu gehen immer wieder zurück blättern muß, um sich noch einmal die vorhergehenden Dialoge oder die Handlung in Erinnerung zu rufen. Und das sage ich bewußt als Person, die einen Text normaler Weise überfliegt und sich nach Monaten noch an den exakten Wortlaut erinnert.

Die Figuren sind meiner Meinung nach sehr lieblos erdacht worden, was auch schnell an den Namen der einzelnen Protagonisten auffällt.
Vieles ist sehr schlecht oder offensichtlich gar nicht recherchiert worden. Selbst mit Fahrzeugherstellern und Modellen scheint sich unser Autor nicht auszukennen, was ich in einem privaten Gespräch nicht verübeln würde, aber in einem Buch bei so ausführlichen Nennungen besser recherchieren muss.
Die behandelte Thematik in diesem Werk wirkt auf den Leser eher verstörend. Aber dies, so scheint es mir, liegt auch ganz im Sinne des Autors. Dieser hat ja laut seiner Aussage bzw. seiner Schlussworte versucht, sich in seine Protagonisten hineinzuversetzen, was entweder nur eine Floskel oder aber nicht gelungen ist.
Das nächste mal, wenn ich eine Lektüre für die Abendstunden suche, werde ich mit Sicherheit zu einem Mitmachheft von Bob der Baumeister greifen, jedoch nicht zu einem weiteren Teil der Oliver Hell Reihe.

Kritik: (Persönlich / Themen bezogen)
An dieser Stelle erspare ich mir, noch einmal näher auf Dialoge, Lesbarkeit oder Lesespaß einzugehen, welches ein gutes Buch mit sich bringen sollte. Daher wird dieser Teil meiner Kritik etwas persönlicher und Themen bezogener ausfallen.

Als ich bei diversen Gruppen auf Facebook die Empfehlung zu diesem Werk fand, war mir bereits klar wie sich der Autor mit der Thematik „Zoosexualität/Zoophilie“ auseinandersetzen würde.  Dennoch, oder vielleicht auch gerade deshalb stand für mich fest, das ich dieses Buch antun muss!
Nach langer Zeit fand ich nun dieses Werk für unter 3 Euro in einer E-Book Variante bei Amazon, so das ich nicht lange zögerte und dieses erwarb.
Wie schon in der Kurzbeschreibung erwähnt, handelt dieser Roman von einem Ermittler, welcher in einen Mordfall involviert wird. Das Opfer, ein „zoophiler“ wurde mit einem Jagdpfeil erschossen.  Bei seinen Ermittlungen bekommt Oliver Hell, wie könnte es anders sein, Einblick in eine „Zoophilen“-Szene und stößt auf alle möglichen Perversionen. Hier wird einmal wieder jeder Zoophile als Monster dargestellt.
Auf die Unterschiede zwischen Zoophilen und  Zoosadisten verweist niemand. Neben Ziegen, Schafen und Pferden finden sich auch weitere Tierleichen verscharrt im Wald, die dort wohl von  „Zoophilen“ um ihr Leben gebracht wurden.
Die „guten Helden“ in diesem Werk zeigen ganz offensichtlich Ihre Abneigung gegenüber zoophilen Menschen. Dies so denke ich, spiegelt auch ganz klar die Absichten und persönliche Haltung des Autors wieder. Irgendwie erinnert mich dieses Werk doch ein klein wenig an Hetz-Niederschriften und Geschichten, die nur dazu dienen, unliebsame Gruppen zu diffamieren. Ja das gab es schon, jedoch ist es nicht meine Absicht die „Nazikeule“ zu schwingen!
Nachdem ich mich dazu durchgerungen habe, dieses „Meisterwerk“ zu Ende zu lesen, war mein Erstaunen um so größer, als ich die Schlussworte dieses Romanes las. Hier betont der Autor zum einen, dass es sich um rein fiktive Figuren handle und was mich zum entsetzen brachte, das er sich in die Figuren hineinversetzt habe. Auch möchte ich erwähnen, dass er, so schreibt er zumindest in seinen Schlussworten, „zoophile“ für krank und behandlungsbedürftig hält.

Dieses Werk spiegelt alles an widerlicher Fantasie wieder, jedoch nicht das Leben eines Zoophilen! Da frage ich mich, wer hier über krankhafte Fantasien verfügt? Ich, der Zoophile oder der ach so „tierliebe“ Autor.

Wäre der Schreibstil etwas flüssiger, die Dialoge etwas sparsamer gehalten und wäre in diesem Werk ersichtlich, das dies ein „entgleister“ Zoophiler (also Zoosadist) war, der diese Tiere so schändete oder hätte Oliver Hell gar Denkanstöße bei Zoophilen gesucht, ja dann hätte dieses Werk noch ein „Ok“ bekommen. Aber angesichts dieses spürbaren Hasses und der permanenten Verunflimpfung und Darstellung als Monster, sehe ich davon ab, zu diesem Werk eine andere Empfehlung als jene zu geben, es im Winter zum anfeuern des Kamins zu nehmen.

Wo bezieht der Autor seine Informationen her, oder wer half beim recharchieren? Dies wird ganz schnell klar, wenn man nur einmal auf den Blog des Autors schaut.
Er nahm an Demosntrationen der „Allianz gegen Zoophile“ teil und scheint darüber hinaus auch mit einigen dieser Personen in Kontakt zu stehen. Zudem wirbt er auf seinem Blog für eine Demonstration, verweist auf entsprechende Links in Facebook-Gruppen und erklärt ganz klar, das er eben auch deren Idiologien teilt.
Das wirft die Frage auf, ob der Autor selbst diese Ansichten oder auch Ideologien bereits teilte oder ob er von diesen Personen „inspiriert“ wurde und all seine Informationen von denen auf den Tisch gelegt bekam.  Hier wird wieder einmal mehr deutlich, wie gefährlich idiologisch verbohrte Gruppen doch sind: Falsche Aufklärung und nichts weiter als der pure Hass, der dafür sorgt, dass selbst vor Betrug und Manipulation nicht zurück geschreckt wird.

Dies wird das erste E-Book sein, das ich bei Amazon zurück gehen lasse. Abgesehen davon, dass es einfach nur grottenschlecht ist, sehe ich es nicht ein, dem Autor hierfür auch noch irgendwelche Tantiemen zu gönnen. Das dieses Werk gute Bewertungen auf Amazon erhalten hat, zeigt einmal mehr wie schnell im Internet manipuliert werden kann. Ich bin mir sicher, das viele Mitglieder aus dem Lager der Zoophiliegegner und -hasser der Meinung waren, eine positive Rezension verfassen zu müssen.

2 Commentsto Oliver Hell – Abschuss: eine Buchkritik

  1. Axyz sagt:

    Ich hatte es nur ungefähr bis zur Hälfte geschafft und hatte ein paar der relevanten Zitate auf diasp.eu gepostet.

    Die Helden von OpBeast haben aber wohl den ganzen diasp.eu pod geDDOSt, weil ihnen meine freie Meinungsäußerung da nicht gefallen hat: https://twitter.com/_RektFaggot_/status/622786305274064896
    So wie es aussieht, haben die meinen Account tatsächlich zu gemacht. Deshalb also keinen Link dazu…

    Aber bei dem Kommentar

    > als ich die Schlussworte dieses Romanes las. Hier betont der Autor zum einen, dass es sich um rein fiktive Figuren handle

    habe ich mich doch erinnert, dass das auf dem Blog des Autors doch noch recht anders klang:

    > Die Person, die sich als zoosadistischer Täter darstellt, habe ich aus einem psychologischen Täterprofil entnommen, in dem seine Geschichte bis ins Detail beschrieben wurde. Ich habe auch lange Telefonate mit Psychologen geführt, die sich in der Szene auskennen. Daher habe ich keinen Gedanken an eine bipolare Störung verschwendet.

    > Warum sind die anderen Zoophilen in meinem Buch so beschrieben, wie ich sie beschrieben habe? Auch darauf gibt es eine ganz plausible Antwort: Auf einer Demo gegen Zoophilie in Köln hatten wir Kontakt zu einigen aus der Szene und einer davon hat sich mir so eingeprägt, dass ich ihn als ‚Vorbild‘ für einen der Charaktere genommen habe.

    http://walaechminger.blogspot.com/2014/10/self-publishing-und-rezensionen-ich.html

    PS: Wenn man auf einen Blog oder Blogeintrag verweist, macht es sich immer gut, wenn es auch einen Link dazu gibt.

    Mir sind beim Lesen besonders die mehrmaligen Verweise auf die Communities der Zoophilen im Internet aufgefallen, in denen die Zoosadisten angeblich unterwegs waren und „die sich öffentlich dazu bekennen“. Ich fand das reichlich skurril, dass sich Tierquäler für öffentliche Akzeptanz einsetzen sollen und dass „wir“ diese Tierquäler dabei tolerieren würden…

    > Das wirft die Frage auf, ob der Autor selbst diese Ansichten oder auch Ideologien bereits teilte oder ob er von diesen Personen „inspiriert“ wurde und all seine Informationen von denen auf den Tisch gelegt bekam.

    Oder er hat sich selbst auf den entsprechenden Seiten misinformiert. Wenn man sich erst das entsprechende Propagandamaterial anschaut und dann das Buch liest, erkennt man schon, was er meint.
    Wenn er schreibt „Hunde auf Tischen festgeschnallt“, dann gehe ich jede Wette ein, dass er – unberührt von der Tatsächlichen Geschichte hinter dem Bild – von diesem Bild spricht: http://www.zoophiler-tierschutz.info/wp-content/uploads/2014/06/schaeferhund_boss.jpg
    Wenn er davon spricht, dass „Schwänze abgeschnitten“ wurden… Ich weiß immer noch nicht, was die Begründung hinter abgeschnittenen Schwänzen sein soll (außer genereller Tierquälerei), weder im Buch, noch in dieser Story: http://www.vice.com/en_uk/read/apparently-animals-consent-to-sex-in-the-beastiality-brothel

    • Oliver Burdinski sagt:

      Hallo Axyz,
      leider ist das so, dass die Skriptkiddies nicht viel von freier Meinungsäußerung und freiheitlich-demokratischen Grundregeln halten. Deren Credo ist die Durchsetzung ihres eigenen Geschmäckles mit faschistischen anarchistischen Methoden. Andererseits ist es irgendwo auch kein Wunder, dass das passiert ist, denn man weiss ja, Trolle die man füttert…

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