Begriffsdefinitionen

Zoosexualität:
Zoosexualität ist der Überbegriff für die auf Tiere bezogene sexuelle Orientierung, wobei die sexuelle Zielsetzung völlig unbeachtet bleibt. Das heißt, dieser Begriff lässt keine Rückschlüsse darauf zu, ob die betreffende Person sich zu Tieren emotional hingezogen fühlt (Zoophiler), es ihr einzig um den sexuellen Kick geht (Beasty) oder ob sie beim Quälen oder gar Töten der Tiere sexuelle Lust empfindet (Zoosadist).

Zoophilie / Zoophile(r):
Zoophilie beschreibt das emotionale sowie sexuelle Hingezogensein zu Tieren, was die Bevorzugung dieser als Lebensgefährten und/oder Sexualpartner zur Folge hat. Zoophile messen ihren Tieren die gleiche Bedeutung bei wie “normale” Menschen ihrem menschlichen Partner und behandeln entsprechend ihre Tiere ausgesprochen liebe- und respektvoll. Grundsätzlich lehnen Zoophile es ab, Methoden wie gezielte Konditionierung, Fehlprägung oder gar mechanischen Zwangsmaßnahmen anzuwenden, um mit Tieren sexuell interagieren zu können; im Gegensatz zu Beastys und Zoo-Sadisten ist ihnen also das Wohl der Tiere weitaus wichtiger als ihr eigener Wunsch nach sexueller Befriedigung (vgl. ZETA-Prinzipien). Als Exklusiv-Zoo bezeichnen sich Personen, die in sexueller Hinsicht ausschließlich zoophil ausgerichtet und somit nicht an menschlichen Geschlechts- oder Lebenspartnern interessiert sind.
In der Umgangssprache wird Zoophilie oftmals mit Sodomie gleichgesetzt, obwohl letzterer Begriff aufgrund seiner schwammigen Definition heute als veraltet gilt.

Bestialität / Beasty:
Bestialität leitet sich vom englischsprachigen Begriff Bestiality ab, der Bezeichnung für sexuelle Handlungen mit Tieren, meist im Sinne von “Das Tier zum sexuellen Verkehr benutzen”. Übersetzt wird dieser Begriff oft mit “Sodomie”, weil es im deutschen Sprachraum dafür keinen umgangssprachlich passenden Begriff gibt. Mit “sodomy” wird hingegen in den meisten Ländern der Analverkehr bezeichnet oder allgemein “widernatürliche Unzucht”. So werden die englischen Begriffe “bestiality”, “buggery” und “sodomy” ins Deutsche alle als “Sodomie” übersetzt.
Ein Beasty ist jemand, der mit Tieren Geschlechtsverkehr hat, ohne dabei ähnliche emotioale Gefühle (Liebe) wie Zoophile für sie zu empfinden. Beasties geht es primär um den sexuellen Kick. Die meisten von ihnen umsorgen und pflegen ihre Tiere wie „normale“ Menschen. Manche Beasties verhalten sich jedoch rücksichtslos und nehmen auch dann sexuelle Handlungen an Tieren vor, wenn diese sie nur duldend über sich ergehen lassen.
Aufgrund des breiten Spektrums ist in der Zoo-Szene die genaue Definition des Begriffes Beasty ein sehr rege diskutiertes Thema. Da sehr unterschiedliche Ansichten vertreten werden, ist seine Abgrenzung eher schwammig.

Fencehopper
Darunter versteht man das Betreten von fremden Grundstücken (Gärten, Koppeln, Ställen, etc.) ohne Wissen und Zustimmung des Eigentümers in der Absicht, mit den dort befindlichen Tieren in Kontakt und ihnen körperlich näher zu kommen.
Fencehopping ist eine Straftat, die zur Anzeige gebracht werden kann (Antragsdelikt) und somit für den Fencehopper rechtliche Konsequenzen nach sich zieht. Das widerrechtliche Betreten eines Grundstücks kann nach §123 StGB als Hausfriedensbruch geahndet werden. Wenn Tiere zu Schaden kommen, wird dies nach §17 TierSchG als Tierquälerei und nach §303 StGB als Sachbeschädigung geahndet.

Zooerastie
Dieser Begriff wurde vom Rechtsmediziner Richard von Krafft-Ebing Ende des 19. Jahrhunderts als Begriff für den krankhaften Geschlechtsverkehr mit Tieren vorgeschlagen. Krafft-Ebing führt wörtlich aus: „Es wäre zweckmäßig, diese pathologischen Fälle eigens zu benennen, etwa, indem für die nicht pathologischen der Begriff „Bestialität“ beibehalten, für die krankhaften der Begriff der Zooerastie gewählt würde.“ Es ist interessant, dass bereits Krafft-Ebing vor weit über hundert Jahren zwischen „krankhaft“ und „nicht krankhaft“ trennt.
Heute umschreibt man mit diesem Begriff das krankhafte Verlangen nach sexuellem Kontakt zu Tieren.

Zoosadismus/ Zoosadist:
Ein Zoosadist ist jemand, der sexuelle Befriedigung dabei empfindet, ein Tier (sexuell) zu quälen oder gar qualvoll zu töten. In Deutschland sind zoosadistische Handlungen zurecht nach §§17 TierSchG sowie 303 StGB unter Strafe gestellt. Zoophile verabscheuen derartige Gewalt gegen Tiere aufs Äußerste und möchten sich ausdrücklich von Zoosadisten distanzieren.

Sodomie:
Dieser Begriff leitet sich von der biblischen Stadt Sodom ab, die durch ihre lasterhaften Ausschweifungen in Gottes Ungnade gefallen war. Ursprünglich war “Sodomie” eine umgangssprachliche Bezeichnung für alle sexuellen Praktiken, die nicht der Fortpflanzung dienen, darunter auch Geschlechtsverkehr mit Tieren und Analverkehr/Homosexualität. Aufgrund dieser Ungenauigkeit der Definition gilt der Begriff Sodomie allerdings heute als veraltet; die sexuelle Neigung zu Tieren bezeichnet man daher nun korrekt als Zoosexualität bzw. Zoophilie.

Begriffsunterscheidung_erweitert