Gesetzliche Bestimmungen

In vielen Ländern der Welt sind zoophile Handlungen verboten, wobei sich die Strafen von Ordnungwidrigkeiten in Deutschland bis zu langjährigen Haftstrafen unterscheiden. Es gibt auch noch einige Länder, die liberal genug sind, dass Zoophilie dort straffrei ist. Eine grafische Übersicht bietet die Weltkarte der Zoophilie.

Deutschland

Sexuelle Kontakte zwischen Tieren und Menschen waren in Deutschland seit 1871 und in der Bundesrepublik Deutschland bis 1969 durch § 175b StGB verboten. „Die widernatürliche Unzucht, welche von Menschen mit Tieren begangen wird, ist mit Gefängnis zu bestrafen; auch kann auf Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte erkannt werden.“ (§ 175b in der Fassung vom 28. Juni 1935). In der DDR entfiel mit der Fassung des §175 von 1949 die Strafbarkeit. Die Strafbarkeit wurde in der Bundesrepublik Deutschland 1969 durch die Große Strafrechtsreform aufgehoben. Grenzen setzt hier weiterhin das Tierschutzgesetz und, falls es sich um fremde Tiere handelt, die strafrechtlichen Bestimmungen zur Sachbeschädigung (§ 303).

In Deutschland ist es mit der Gesetzesänderung vom 13. Juli 2013 nun grundsätzlich verboten, „ein Tier für eigene sexuelle Handlungen zu nutzen oder für sexuelle Handlungen Dritter abzurichten oder zur Verfügung zu stellen und dadurch zu artwidrigem Verhalten zu zwingen.“ (§ 3 S. 1 Nr. 13 TierSchG) und wird als Ordnungswidrigkeit verfolgt.

Die Verbreitung pornografischer Schriften, die sexuelle Handlungen von Menschen mit Tieren zum Gegenstand haben, sowie alles, was die Verbreitung zum Ziel hat (z. B. das zigfache Vervielfältigen), sind weiterhin strafbar nach § 184a StGB. Der bloße Besitz hingegen ist erlaubt.

Europa

Die Gesetzgebung ist innerhalb Europas und der EU von Land zu Land unterschiedlich. Hier eine tabellarische Übersicht.

Land Strafbarkeit
zoophiler
Handlungen
Verbreitung / Besitz
von Tierpornografie
Belgien illegal seit 2007, bis zu 6 Monate Gefängnis
oder Geldstrafe
Dänemark legal, wenn keine anderenTierschutzgesetze
verletzt werden
legal / legal
Finnland legal seit 1971 strafbar
Frankreich illegal seit 2004, bis zu 2 Jahre Gefängnis
oder Geldstrafe
Deutschland Ordnungwidrigkeit seit 2013 strafbar / legal
Ungarn legal
Irland illegal, bis zu lebenslänglicher Haft
Niederlande illegal seit 2010, bis zu 1 Jahr Gefängnis
oder Geldstrafe
strafbar / strafbar
Norwegen illegal seit 2008 strafbar
Polen illegal seit 1997 bis zu 3 Jahre Gefängnis
und 10 Jahre Tierhalteverbot,
bei gewerblichem Hintergrund bis zu
8 Jahre Gefängnis
strafbar / legal
Portugal illegal
Rumänien legal strafbar / legal
Schweden strafbar seit 2014, bis zu 2 Jahre Gefängnis
und / oder Bußgeld
Schweiz strafbar strafbar / strafbar
Groß-Brittanien strafbar seit 1290, bis zu 2 Jahre Gefängnis
und / oder Bußgeld
strafbar / strafbar

Die Tabelle ist leider (noch) nicht vollständig und wird ständig erweitert bzw. korrigiert. Wer sachdienliche Hinweise hat, kann diese gern über das Kontaktformular weitergeben.

 

USA und Kanada

In den USA gibt es kein Bundesgesetz, das Zoophilie verbietet. Im Januar 2012 gab es in 34 Bundesstaaten spezielle Gesetze, die sexuelle Kontakte zwischen Mensch und Tier mit Strafe bedrohen (oft im Zusammenhang mit Analverkehr).

Neun Staaten haben erst in letzter Zeit solche Paragraphen eingeführt: Oregon, Maine, Iowa, Illinois, Indiana, Missouri, Arizona, Alaska und Florida. In manchen Staaten geht man davon aus, dass wenn Analverkehr nicht verboten ist (allgemein im Kontext der männlichen Homosexualität), dann kann auch Zoophilie nicht illegal sein. Allerdings hat sich in Florida gezeigt, wo es keine spezielle Gesetzesgebung dagegen gab, dass man auch die Gesetze gegen Tierquälerei anwenden kann.

Nach einem Vorfall vom 2. Juli 2005, bei dem der Zoophile Kenneth Pinyan in der Notaufnahme des Enumclaw Community Hospitals für tot erklärt wurde, nachdem ihm beim passiven Analverkehr mit einem Hengst der Darm abgerissen worden war, hat der Gesetzgeber des Staates Washington, der vorher einer der wenigen Staaten in den USA ohne spezielle Gesetzgebung gegen Sex mit Tieren gewesen war, innerhalb von sechs Monaten ein Gesetz gegen Bestiality verabschiedet.

Wenn solche Gesetze eingebracht werden, werden sie von der Öffentlichkeit nie in Frage gestellt oder debattiert. Jedoch wurden Gesetze, die einvernehmlichen Sex zwischen Menschen und Tieren verurteilen, in Fachkreisen durchaus auch als ungerecht, diskriminierend und nicht verfassungsgemäß kritisiert.

In siebzehn Staaten sind sexuelle Kontakte zwischen Mensch und Tier ein Vergehen: Alaska, Arkansas, Florida, Iowa, Kalifornien, Louisiana, Maryland, Maine, Minnesota, Missouri, Nebraska, New York, North Dakota, Oregon, Pennsylvania, Utah und Wisconsin. Auch in n Puerto Rico, ein US-amerikanisches Außengebiet, ist Zoophilie ein Verbrechen.

In siebzehn weiteren Staaten sind sie ein Verbrechen: Arizona, North Carolina, South Carolina, South Dakota, Delaware, Georgia, Idaho, Illinois, Indiana, Massachusetts, Michigan, Mississippi, Oklahoma, Rhode Island, Tennessee, Virginia und Washington.

Die anderen 16 Staaten (darunter Washington, D.C.) haben kein Gesetz, das den sexuellen Kontakt zwischen Menschen und Tieren verbietet.

In Kanada verbietet der Artikel 160.1 des Criminal Code (Strafgesetzbuch) sexuelle Kontakte zwischen Mensch und Tier. Es droht eine Gefängnisstrafe bis zu zehn Jahren.

 

Weltweit

In Australien gehören Gesetze gegen Tierquälerei zur nationalen Gesetzgebung. Zoosexuelle Handlungen durch ein Bundesgesetz verboten, jedoch kann jeder Teilstaat diese Gesetzgebung außer Kraft setzen, wenn er das möchte. Bis 2011 wurden zoosexuelle Beziehungen in Canberra und Jervis Bay Territory als legal angesehen.

In Neuseeland wurde in dem Gesetzesvorschlag zur Strafrechtsreform 1989 erwogen, zoosexuelle Handlungen als Straftatbestand abzuschaffen. Man tat es dann doch nicht und so können auch heute noch Menschen deswegen verfolgt werden. Nach Sektion 143 des Strafgesetzes von 1961 können Personen zu bis zu 7 Jahren für „Tiermissbrauch“ verurteilt werden und das Verbrechen wird als vollendet angesehen, wenn eine Penetration erfolgt ist.

In Indien sind zoosexuelle Handlungen illegal. Nach Artikel 377 des indischen Strafgesetzbuches ist es für einen Menschen illegal, eine sexuelle Beziehung mit einem Tier zu unterhalten.

In Brasilien, Japan und Mexiko sind zoosexuelle Handlungen legal.

In afrikanischen Ländern wie Sambia, Ghana und Äthopien sind zoosexuelle Handlungen illegal. In vielen afrikanischen Ländern werden Homosexualität und Zoophilie gleich bewertet und diskriminiert.

Quelle: Wikipedia [1] [2]