War es versuchter Totschlag?

Wir berichteten bereits vor einigen Tagen darüber, dass in Espenau ein Zoophiler, der im April auf frischer Tat in einem fremden Stall erwischt wurde, am 11. Juni nachts auf offener Straße fast totgeschlagen wurde. Das Opfer liegt seitdem im Koma, und Gerüchten zufolge soll der Mann bereits verstorben sein [2]. Es ist fraglich, ob er – sollte er überleben – jemals körperlich und  geistig genesen wird.

Auch hier noch einmal die Klarstellung, dass es nicht in Ordnung ist, fremde Ställe oder Weiden zu betreten. Dieses Verhalten wird von den allermeisten Zoophilen nicht toleriert.

Aufgrund der Schwere der Verletzungen, des unveränderten Gesundheitszustandes und des Verletzungsbildes sind die Ermittlungen inzwischen im Dezernat für Kapitalverbrechen bei der Kripo in Kassel. Zwar wird die Möglichkeit eines Verkehrsunfalls nicht ausgeschlossen und es wird, wie es zu den Aufgaben der Polizei dazu gehört, auch in diese Richtung ermittelt, aber nach Aussage der Polizei in Espenau ist schon aufgrund der Tatortsituation und des Verletzungsbildes des Opfers die Wahrscheinlichkeit eher gering.

Es zeichnet sich also ab, dass es hier zu einem Fanal gegen Zoophile gekommen ist!

Man muss hier allerdings die Tat des Zoophilen, der er in einen fremden Stall eingedrungen ist, sich dort unberechtigt aufgehalten hat und sich unstreitbar falsch verhalten hat, von dem Anschlag auf ihn trennen. Denn es handelte sich nicht um eine Tat, die im Affekt bei dem Erwischen des Mannes auf frischer Tat erfolgte. Viel mehr handelte es sich um eine Tat von unbekannten Personen, die scheinbar nichts mit dem Pferdehof zu tun hatten, und das ganze ereignete sich Wochen, nachdem der Fencehopper erwischt und angezeigt worden war.

Es handelte sich dabei offenbar um ein geplantes und kaltblütig durchgeführtes Attentat!

Außerdem ist darauf hinzuweisen, dass das Opfer nicht (fast) erschlagen wurde, weil es ein „Fencehopper“ war, sondern einfach nur, weil es sich bei ihm um einen bekannt gewordenen Zoophilen handelt. Es hätte also ebenso gut jeden Zoophilen treffen können, der aufgrund anderer Umstände öffentlich bekannt ist. So zum Beispiel die öffentlich auftretenden Personen des ZETA-Vereins oder Leute, die durch Diffamierungskampagnen von Tierschützern Zoophiliegegnern namentlich bekannt sind. Es ist sicherlich nur Zufall und womöglich auch einfach ein Unfall, aber erst gestern brannte auf dem Grundstück des Gründers des ZETA-Vereins die Werkstatt nieder.

Eine wichtige Frage, die bisher noch nicht offen gestellt wurde, ist die nach der Mitverantwortung der Presse. Sowohl die Ausgaben von lokalo24 als auch die „Hessisch/Niedersächische Allgemeine (HNA)“ haben den Fall um den Einbruch in den Stall reißerisch in mehreren Artikeln aufgegriffen. Dabei wurde nicht nur einseitig berichtet,  sondern es wurden entgegen jeder journalistischen Sorgfaltspflicht Gerüchte übernommen. So wurde berichtet, dass der Täter auch für einen anderen Einbruch verantwortlich sein soll, bei dem eine Stute ihr Fohlen verloren hat. Jedoch fußt dieses Gerücht nur auf den Behauptungen von Leuten aus dem Umkreis des betroffenen Pferdestalls und es konnte nicht verifiziert werden. Im Gegenteil, die Polizei selbst spricht davon, dass „aus den letzten fünf Jahren“ kein weiterer Fall bekannt sei [3].

Ebenso stellt sich die Frage, ob und in welcher Form die „betroffenen“ Personen des Pferdehofs in den Überfall verwickelt sind. Zwar sagen Heiko M. und Andrea K. übereinstimmend, dass sie damit nichts zu tun hätten und dass sie die Tat verurteilen. Dies können jedoch auch nur Floskeln sein. Tatsache ist, dass die Täter über Informationen über den Zoophilen verfügen mussten, die außer den Betroffenen des Pferdehofs und den Ermittlungsbehörden keiner kannte. Zudem ist bekannt, dass Heiko M. seit langem eine Whatsapp-Gruppe führt, in der sich ausgiebig über den „Pferdeschänder“ ausgetauscht wird. Es ist also nicht auszuschließen, dass M. und K. zwar nicht am eigentlichen Überfall beteiligt waren, aber den Tätern Informationen zukommen lassen hatten.

Quellen:
[1] Pressemitteilung der Polizei
[2] hna.de: Anschlag oder Unfall – keine neuen Hinweise…
[3] hna.de: Pferdeschänder in Espenau – Polizei vernimmt weitere Zeugen

 

4 Commentsto War es versuchter Totschlag?

  1. Axyz sagt:

    Habt ihr grade den Kommentar von Mechahorse gelöscht? Ich fand den ausnahmsweise vollständig zutreffend.

    Reicht euch die real schlechte Rolle, die Zoos heutzutage haben, nicht aus? Müsst ihr auch noch Gewalt speziell gegen Zoophile hier herbeireden, weil ein Fencehopper eventuell angegriffen wurde?

    Klar, mit einer derartigen Gewalt gegen Fencehopper vorzugehen ist nicht okay. Aber es ist trotzdem etwas anderes als wenn jemand „einfach so“ Zoos ins Visier nimmt und gewalttätig wird.

    Es ist nicht okay, fremde Grundstücke zu betreten, es ist nicht okay, mit den Tieren anderer Leute ohne deren Wissen, geschweige denn Erlaubnis etwas Sexuelles zu tun und es ist auch nicht okay, derartige Gewalt gegen Leute, die es trotzdem tun, auszuüben. Bei der Story gibt es nur Verlierer und auch ich sehe keinen wirklichen Sinn darin, etwas Anderes hineininterpretieren zu wollen…

    • Oliver Burdinski sagt:

      Hallo Axyz,

      ich habe den Beitrag von Mechahorse vorerst gesperrt (nicht gelöscht), um ihn mit den anderen Autoren zu besprechen. Ich habe ein riesengroßes Problem mit Personen, die Gerüchte und Behauptungen als Wahrheit weiterverbreiten, wenn recht offensichtlich ist, das diese nur kolportiert wurden um das Opfer als Monster hinzustellen. Im konkreten Fall gibt es auf meine telefonische Nachfrage die klare Aussage der Polizei, dass man das Opfer weder mit einer angeblichen Fehlgeburt eines Fohlens noch mit dem „Herumschleichen um Kindergärten und Schulen“ in Verbindung bringt. Eine solche Weiterverbreitung ist somit geschmacklose Diffamierung von jemandem, der sich womöglich nie mehr dagegen wehren kann.

      Generell scheint es aber so zu sein, dass viele ein Problem damit haben, die Tat des Opfers, in einen Stall eingebrochen zu sein und sich an fremden Tieren zu schaffen gemacht hat, von dem zu trennen, was fast zwei Monate später passierte. Es steht völlig ausser Frage, dass es nicht in Ordnung ist, auf fremde Weiden oder in fremde Ställe einzudringen. Wer so etwas macht, ist nach den geltenden Gesetzen zu bestrafen.

      Mir ist durchaus klar, dass das Opfer kein lupenreiner Zoophiler war, der den Idealen der Community entspricht. Aber der Anschlag auf das Opfer ist nur noch sehr begrenzt mit seiner Tat in Verbindung zu bringen. Um es mit einem namentlichen Beispiel zu beschreiben:
      Michael Kiok, der Gründer des ZETA-Vereins, mußte aufgrund seines Engagements viel über sich ergehen lassen. Zwei Demos vor seiner Haustür, Bedrohungen, Diffamierungen; und man hat versucht, seinen Arbeitgeber unter Druck zu setzen. Ich bin felsenfest davon überzeugt, würde Herr Kiok in Espenau leben, wäre er es, der seit über einem Monat im Koma liegt!

      • Axyz sagt:

        Ach und der letzte Absatz im Artikel hier sind keine Gerüchte? Gut, sie werden nicht „als Wahrhreit verbreitet“, aber sinnlos und ohne jeden Beweis sind sie trotzdem.

        Ich habe kürzlich einen Kommentar gelesen, ich bin ziemlich sicher, von einem anderen Pseudonym von Mechahorse, der mir wieder klar gemacht hat, dass man seine Perspektive doch mal überprüfen sollte. Da bricht jemand nachts zu deinen Tieren ein, und du hast keine Ahnung, wozu er fähig ist. Also wörtlich: Du weißt es einfach nicht. Vielleicht schlitzt er nächste Nacht den Bauch deines Pferdes auf. Hat er nicht gemacht – hätte man das vorher sicher sagen können?

        Dass die Leute ängstlich sind und sich ein bisschen organisieren und gegenseitig warnen ist vollkommen natürlich und angemessen. Dass das jetzt direkt zur Gewalt geführt haben soll, finde ich etwas haltlos. Vielleicht war es ja so, aber das werde ich dann lesen, wenn die Polizei das auch tatsächlich festgestellt hat und nicht früher.

        Das mit der persönlichen Auskunft ist gut und solche Richtigstellungen sollten auch veröffentlicht werden und Kritik an der Berichterstattung über solche Fälle ist auch vollkommen legitim. Solltest du aber vielleicht direkt als Antwort an Mechahorse schreiben und ihn darauf hinweisen, dass seine Argumente auf wackeligen Füßen stehen, wenn Teile der Basis nicht stimmen.

        Und ich bin eben nicht überzeugt, dass Kiok dort das selbe passiert wäre, wenn es dort keinen Fencehopper gegeben hätte. Ich will nicht sagen, dass die Leute ihm nicht übel mitgespielt haben, aber soweit ich weiß, wurde er bisher nicht ins Koma geprügelt… Eine durch einen Fencehopper aufgeheizte Stimmung ist keine Rechtfertigung für einen Gewaltausbruch, aber vielleicht ein Faktor, den ich nicht vernachlässigen würde.

        Auch wenn es nicht beabsichtigt ist, gibt mir das insgesamt das Gefühl, dass sich der ZETA Verein etwas zu sehr in seiner Opferrolle suhlt.

        • Oliver Burdinski sagt:

          Ich sehe im letzten Absatz keine Gerüchte, allerdings, und das leugne ich nicht, durchaus spekulative Fragen. Das M. und K. diese Whatsappgruppe führen, ist bekannt und kann in Zeitungsartikeln nachgelesen werden. Was sie dort geschrieben haben, ist Spekulation. Aber die Frage, woher der oder die Täter das Insiderwissen haben, muss erlaubt sein zu stellen. Dieser Frage muss vor allem die Polizei nachgehen.

          Das Mechahorse in allem falsch liegen soll, wurde nie gesagt. Im Gegenteil, er hat viele durchaus sinnvolle Ansätze, aber er disqualifiziert sich regelmäßig durch seine Wortwahl und seinen diffamierenden Schreibstil. Ich habe mehrfach versucht, durch persönliches Anschreiben bei ihm eine Veränderung zu erreichen und auch auf dem Blog habe ich nochmals hingewiesen, unter welchen Umständen Kommentare nicht freigeschaltet werden.

          Ebenso wird an keiner Stelle in Frage gestellt, wie falsch und unfair das Verhalten von „Fencehoppern“ ist. Ich kann die Ängste und Sorgen von Tierhaltern vollkommen nachvollziehen und im ersten Artikel zu diesem Attentat stand „Kein Zoophiler möchte, das ein Unbekannter mit seinem Tier „rummacht“. Das gleiche steht auch jedem nichtzoophilen Tierhalter zu. So wie ich auch tolerieren die allermeisten Zoophilen derartiges Verhalten nicht.“ Bereits vor gut zwei Jahren forderten wir in einem Artikel des Vorgängerblogs, dass es notwendig ist, die rechtliche Handhabe gegen unerlaubtes Betreten von Weiden und Ställen zu verbessern.

          Ob Herrn Kiok das gleiche passiert wäre oder nicht ist ein reines Gedankenspiel über mögliche Szenarien, wie sich Zoophiliegegner verhalten. Ich halte es für sehr wahrscheinlich, denn in der Vergangenheit hat es immer eine Steigerung der Gewalt gab. Am Anfang wurde Zoophilen nur die Tiere gestohlen. Dann folgten Diffamierungen in der Nachbarschaft und bei Arbeitgebern. Es steigerte sich dann dahin, dass bei den Betroffenen der Razzia in Niedermohr monatelanger Psychoterror verübt wurde, Scheiben eingeschlagen, Hakenkreuze an die Wand geschmiert und Nachts Leute mit Baseballschlägern auf dem Hof randaliert haben. Vor gut einem Jahr bekam der Vorsitzende des ZETA-Vereins David Z. telefonische Morddrohungen. Wenn man das vor Augen hat, kann ich mir sehr gut vorstellen, dass die Personen, die jetzt von Presse, „Betroffenen“ oder Dorftratsch aufgewiegelt wurden, ebenso einen Herrn Kiok zusammen geknüppelt hätten, wären die örtlichen Umstände entsprechend. Es bedarf für so eine Tat ein potentielles Opfer, gewaltbereite Täter und jemanden/welche, die die Situation aufheizen. Das kann durchaus einen Fencehopper treffen, aber genauso gut Zoophile, die als ZETA Gründer oder durch Presseauftritte den Focus auf sich gezogen haben.

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